Vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF)

Im Bauwesen stehen die drei Buchstaben VHF für die etwas sperrige Bezeichnung „vorgehängte hinterlüftete Fassaden“. Dahinter verbirgt sich eine durchdachte Technik, um Fassaden von Immobilien ein Gesicht zu geben, das sich durch Individualität auszeichnet und für hohe Wertigkeit und Langlebigkeit steht.

Der Aufbau vorgehängter hinterlüfteter Fassaden

Aufbau vorgehängte hinterlüftete Fassade, Metawall®

Aufbau vorgehängte hinterlüftete Fassade

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden bauen sich folgendermaßen auf. Zuerst erfolgt die Befestigung der Unterkonstruktion auf das Mauerwerk, sie dient als statisches Bindeglied zwischen tragender Außenwand und Fassadenbekleidung. Zwischen die Unterkonstruktion wird die Wärmedämmung eingefügt. Im nächsten Schritt werden die Fassadenplatten an der Unterkonstruktion befestigt.

Die Vorteile von vorgehängter hinterlüfteter Fassaden sind vielfältig

Trennung von Dämmung und Bekleidung

Die Komponenten Dämmung (Wärme-, Kälte-, Brandschutz) und Bekleidung (Witterungsschutz) sind bei dem System der vorgehängten hinterlüfteten Fassade konstruktiv voneinander getrennt. Der zwischen den Komponenten angeordnete Hinterlüftungsraum regelt den Feuchtehaushalt im Baukörper: Bau- und Nutzungsfeuchte werden dort durch den Luftstrom zuverlässig abgeführt.

Wiederverwertbar und nachhaltig

Unterkonstruktion, Dämmung und Fassadenbekleidung können nach der Verwendung als vorgehängte hinterlüftete Fassade getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Erfolgt die Fertigung der vorgehängten Fassadenplatten, so wie bei Metawall®, bereits zu mehr als 90 % aus recyceltem Aluminium und werden entsprechend recycelbare Dämmmaterialien gewählt, ist der Kreislauf der Wiederverwertung und damit die Nachhaltigkeit nahezu perfekt. Eine detaillierte Ökobilanz der Fassadenplatten kann den erstellten Umweltproduktdeklarationen nach DIN EN ISO 14025 Type III und EN 15804 entnommen werden.

Geringe Folgekosten für geringere für z. B. Reinigung und Instandhaltung

Die im Vergleich zu Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) höheren Baukosten amortisieren sich während der Nutzungsdauer, da die vorgehängte hinterlüftete Fassade geringere Folgekosten für z. B. Reinigung und Instandhaltung aufweist. (Vgl. www.architektur-aktuell.at, „Die Analyse der Lebenszykluskosten spricht für die VHF“)
Beschädigungen an vorgehängten hinterlüfteten Fassaden können in der Regel durch Austausch der einzelnen Elemente erfolgen. Es muss nicht die gesamte Fassade erneuert werden.

Was sind die Nachteile der vorgehängten hinterlüfteten Fassade gegenüber anderen Fassaden?

Der zeitliche Aufwand zur Montage einer VHF liegt üblicherweise etwas höher als bei anderen Fassaden wie z. B. Wärmedämmverbundsystemen. Auch die Materialkosten übersteigen in der Regel die eines Wärmedämmverbundsystems. Als vernachlässigbare Nachteile könnten noch genannt werden, dass je nach Dämmstärke die hinterlüftete Fassade etwas mehr aufträgt und das die zu verkleidende Mauer ausreichend stabil sein muss. Das ist heutzutage bei Ziegelmauerwerk oder Beton jedoch keine Frage mehr.

VHF mit Aluminium-Sandwichplatten Metawall®

Metawall® Aluminium-Fassadenplatten sind Materialien mit hoher Tragkraft und Stabilität bei geringem Gewicht. Die Kombination zweier Aluminium-Deckschichten mit einem wellenförmigen Aluminium-Kernmaterial macht das Leichtmetall Aluminium zum äußerst festen Baumaterial. Gegenüber einer massiven Aluminiumplatte gleicher Stärke ist Metawall® um ca. 80% leichter, erzielt aber die gleichen statischen Werte.

Dabei ist die Fassadenplatte nicht als Composite-Material aufgebaut. Deckplatten und Kernmaterial sind aus Aluminium, die gesamte Platte besteht demzufolge aus 100% recycelbarem Material, das für den Recyclingprozess nicht getrennt werden muss.
Der kontinuierliche Fertigungsprozess erlaubt die Herstellung außergewöhnlich großer Fassadenelemente mit ebener Oberfläche, die auch bei großflächiger Anwendung formstabil und plan bleiben.

Die Farbgestaltung der sichtbaren Oberfläche unserer Fassadenverkleidungen kann bis auf wenige Ausnahmen mit verschiedenen Lacksystemen erfolgen, z.B. nach RAL, NCS, BS und Pantone sowie Metallic-Farben. Eigene Farbkonzepte mit Sonderfarbtönen sind auf Anfrage möglich. Auf Anfrage kann auch die Herstellung einer pulverbeschichtungsfähigen Platte erfolgen.

Das Brandverhalten der Fassadenplatten wird nach Europäischer Norm EN 13501-1 eingestuft. „Metawall®“ hat eine Brandklassifizierung von B – s2, d0 (schwer entflammbar) und „Metawall® A2“ A2 – s1, d0 (nicht brennbar).

Um eine Gebäude-Zertifizierung nach z. B. DGNB oder LEED zu erstellen, werden Ökobilanzen von jedem verwendeten Bauprodukt benötigt. Um dies zu vereinfachen und schneller vergleichbar zu machen, werden sogenannte Umweltproduktdeklarationen (EPDs) verwendet. Für die Fassadenprodukte Metawall® und Metawall® A2 liegen Umweltproduktdeklarationen gemäß DIN EN ISO 14025 Type III und EN 15804 vor.

Zeit und Kostendruck steigen auch in der Bauwirtschaft stetig an. Ein Ansatz um Kosten zu senken, ist die Gebäudeerstellung in 3D vor Baubeginn um Unstimmigkeiten schon während der Planung aus dem Weg räumen zu können. Um Architekten, Statikern sowie Bauzeichnern die Arbeit zu erleichtern, werden die Fassadenelemente auf www.bimobject.com/metawell für ArchiCad und Revit kostenlos zur Verfügung gestellt.

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